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Kreativ für unsere Zukunft - gemeinsam statt gegeneinander

Eine Aktionswoche in den Osterferien für Kinder

 

Integration konkret:

In den Osterferienwoche 2008 veranstalteten wir gemeinsam mit dem Jugendtreff Streiffelder Hof eine Kreativwoche mit Workshops zum Thema „Kreativ für unsere Zukunft – gemeinsam statt gegeneinander“.

Ziel war die Förderung des Zusammenlebens junger Menschen aus unterschiedlichen Kulturen. Angesprochen wurden in diesem kostenlosen, wohnortnahen Angebot hauptsächlich Kinder im Stadtteil Merkstein (türkischer und deutscher Herkunft), für die es in den Ferien kaum Möglichkeiten zur sinnvollen, aktiven Freizeitgestaltung gibt.

Das haben wir gemacht…

Montag, der 17.3.2008. Ob überhaupt Kinder kommen? Das Angebot war bewusst niedrig schwellig gehalten, ohne Anmeldepflicht und Teilnehmerbeitrag – weil unsere Erfahrung sagte, Formalitäten schrecken „unsere Kinder“ eher ab.

Um 14.00 Uhr sollte es losgehen. Und dann waren 46 Kinder da – von 8 bis 13 Jahren, Mädchen und Jungen, Deutsche und TürkInnen, Sonderschüler und Gymnasiasten…

Erstmal noch mehr Stühle holen für die Kennenlernspiele!

Danach stellten wir die Workshops auf der Bühne vor: Theater, Tanz, Fotogeschichte, Film, Modellbau. „Das ist doch alles so schön, ich weiß gar nicht, wo ich hingehen soll“, meinte Ece – und entschied sich dann fürs Theater. Auch die anderen fanden ihre Gruppe und von nun an wurde in den Workshops eifrig geplant, gebastelt, getanzt, fotografiert, geprobt und gefilmt – täglich von 14.00 Uhr bis 17.00 Uhr, von Montag bis Donnerstag.

Themen waren schnell gefunden: Im Modellbau-Workshop entwarfen die Kinder der Spielplatz der Zukunft mit Kletterwand und Planschbecken. In der Filmgruppe ging es um die Berufswahl, die Fotogeschichte ruft dazu auf, sich rechtzeitig um die eigene Zukunft zu bemühen. Die Tanzgruppe zeigte Choreografien zu „Zukunfts-Musik“ und im Theaterstück wehrt sich ein junges Mädchen gegen Zwangsverheiratung.

Die Workshops wurden von in der Jugendarbeit erfahrenen jungen Erwachsenen mit Mirgationshintergrund geleitet. Diana, Iman, Ziad, Tarik und Cigdem hatten selbst viel Spaß an der Sache und konnten diesen auch den Kindern weiter vermitteln. Und ganz nebenbei auch beweisen, dass Frauen sehr wohl mit der Säge umgehen können und dass Männer auch mal den Putzlappen anfassen.

Die Kinder waren ganz eifrig bei der Sache, standen jeden Tag alle pünktlich vor dem Jugendtreff und waren ganz enttäuscht, wenn die Workshop-Zeit vorbei war.

Und dann am Donnerstagabend die Vorführung der Ergebnisse. Eltern waren gekommen, Geschwister und Freunde, die Zeitung und der stellvertretende Bürgermeister. Der ganze Saal war voll! Und alle waren mächtig aufgeregt…

Aber die Ergebnisse konnten sich wirklich sehen lassen! Da hat doch der schüchterne Yussuf seine Theaterhauptrolle ganz souverän gespielt. Und alle hofften mit ihm, dass Daniel seine Ayse bekommt…

Von der Tanzgruppe waren die Zuschauer begeistert, beim Film lachten sie Tränen.

Und als die Kinder ihr das Modell erklärten, hat besonders Bruno Barth aus dem  Jugendhilfeausschuss aufgepasst -  und in der nächsten Jugendhilfeausschusssitzung beantragt, eine Kletterwand auf Spielplätzen einzurichten.

Nach dem langen Applaus für die Ergebnisse der Workshops war die Kreativwoche für die Kinder noch nicht vorbei: Am Karfreitag fuhren wir mit ihnen nach Düsseldorf in den Aquazoo. Für manche war das die erste Zugfahrt in ihrem Leben. Na ja, und wer hatte schon einmal Krokodile und Haie „in echt“ gesehen? Das war ein ganz tolles Erlebnis an einem Ferientag, den die meisten wohl sonst vor dem Fernseher verbracht hätten.

Das hat es gebracht:

„Kommt ihr nächste Woche wieder?“ „Ist das jetzt immer in den Ferien?“ „Macht ihr so was noch mal?“ Das wurden wir von vielen Kindern gefragt. Es war ganz toll, meinten dann auch die Eltern, die WorkshopleiterInnen und die MitarbeiterInnen des Jugendtreffs.

Die Kinder brauchen solche Angebote, in denen sie ihre Wünsche und Ziele kreativ zum Ausdruck bringen, in denen sie gefordert sind, ihre Anliegen in eine bühnenreife Form zu bringen, in denen sie Aufmerksamkeit und Anerkennung von Erwachsenen bekommen. Integration ist leicht möglich, wenn die richtigen Bedingungen geschaffen werden (Vertrauen der Eltern, weil wir im Stadtteil lange verankert sind, kostenlose Teilnahme, familienfreundliche Zeiten), wenn man zusammen an spannenden Themen mit interessanten Methoden arbeitet und wenn die Orientierungsfiguren kompetent und sympathisch sind und gelungenes Zusammenleben vorleben.

„Ja, natürlich machen wir so was noch mal – möglichst bald!“

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